Helden

Zweitausend!

Eine Stadt steht auf. Es geht um ihr Klinikum

Als Kinderarzt Krebes ein Plakat zitiert muss er mit den Tränen kämpfen. Er ist Chefarzt der Zeitzer Kinderklinik, die neben der Gynäkologie und der Geburtenstation nach Naumburg verlegt werden soll. Krebes zitiert: „KEINE HILFE FÜR MUTTER UND KIND WEIL SIE NICHT RENTABEL SIND“. Zum dritten Mal sei er nun schon mit den Verlegungsideen konfrontiert. Noch immer könne er das nicht verstehen und es mache ihn zornig, solche gravierenden Einschnitte aus der Zeitung erfahren zu müssen.

Es war der Tag der Emotionen und der Entschlossenheit, aber auch der Tag der Nachdenklichkeit und später des fairen Gedankenaustausches am Zeitzer Klinikum. Landrat Götz Ulrich hatte Sozialministerin Petra Grimm-Benne eingeladen. Fast 2.000 Menschen versammelten sich, um ihrem Klinikum beizustehen und klar zu machen „In Naumburg leben, in Zeitz sterben? Mit uns nicht!“, wie es auf einem Plakat zu lesen war.

So etwas erlebte Zeitz seit 1989 nicht mehr. Schulen, KITAS und Unternehmen sandten Delegationen. Die Menschen brachten handgemachte Plakate, die meisten mit klaren Forderungen und fairen Aussagen. Das beeindruckte.
Zugleich ist diese Mobilisierung innerhalb weniger Tage ein klares Zeichen, das die Bürgerschaft setzt: wir haben genug in Demut ertragen. Jetzt wird hier eine Grenze überschritten, das lassen wir nicht mehr zu.